aventus finance - Wichtige Begriffe
Wichtige BegriffeDas sollten Sie wissen. Abgeltungssteuer:Grundsätzlich einheitliche Besteuerung von Erträgen (Zinsen, Dividenden, Investmenterträgen, Zertifikatserträgen usw.) und Gewinnen aus der Veräußerung privater Kapitalanlagen mit einem einheitlichen Steuersatz von 25% der Abgeltungssteuer zzgl. Soli und KiSt. Ausgabeaufschlag:Einmalige Spesen beim Kauf von Fondsanteilen, deren Höhe im Verkaufsprospekt steht. Davon wird der Großteil der Vertriebskosten bezahlt. Je nach Arten von Investmentfonds werden zwischen 0,5 (bei einigen Geldmarktfonds) und 6 Prozent der Anlagesumme (häufig bei Aktienfonds) berechnet. Beratungskosten:Die eigentliche Beratung wird kaum vergütet, Honorarberatung ist hierzulande kaum verwirklicht. Bezahlt wird eher der Verkauf, also eine Vertriebsprovision (Ausgabeaufschlag). Diese Spesen fallen einmalig beim Kauf an, aber zumeist in größerer Höhe als beim direkten Kauf von Aktien oder anderen Wertpapieren. Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gibt es vor allem bei Direktbanken, Discount-Brokern, den Fondsgesellschaften oder spezialisierten freien Fondsvermittlern. Rabatthöhe: in der Regel 50 Prozent, vereinzelt auch bis 100 Prozent. Auch der Börsenhandel von Fondsanteilen kommt im Einzelfall preiswerter. Cost-Average-Effekt:Wer Fondsanteile dazukauft, wenn sie billig sind (Aktienfonds zum Beispiel bei fallenden Aktienkursen), hat weniger Durchschnittskosten (engl: cost-average). Davon profitiert jeder, der regelmäßig in einen Sparplan einzahlt, statt eine Einmalanlage vorzunehmen. Grund: Es treten stets Kursschwankungen auf. Das schrittweise investieren mit einem festen Geldbetrag jeden Monat (Sparplan) verringert das Risiko beim Einstieg in die Fondsanlage, da es nie der falsche Zeitpunkt sein kann ( bei der Einmalanlage dagegen kann der Zeitpunkt schon die „halbe Miete“ sein). Depotbank:Wickelt Kauf und Verkauf von Wertpapieren und Immobilien nach Vorgabe des Fondsmanagers ab. Sie hält das Fondsvermögen treuhänderisch auf einem Konto, überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und berechnet den Anteilspreis. Wichtig: Sie muss rechtlich, personell und damit faktisch unabhängig von der Kapitalanlagegesellschaft sein, um zu verhindern, dass Geld irgendwo versickern kann. Der Anleger ist zwar nicht vor der Dummheit oder dem Größenwahn des Fondsmanagers sicher, aber vor Diebstahl seiner Anteile geschützt. Falls die Depotbank in Insolvenz geht, bleib das Geld der Anleger unangetastet (Sondervermögen). Diversifikation:Andere Bezeichnung für Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageformen bzw. –werte. Ziel des Fondsmanagers ist es, ein Portfolio mit einer möglichst hohen Rendite bei gleichzeitig möglichst geringem Risiko zu erhalten. Einmalanlage:In Fonds kann man entweder mit einem größeren einmaligen Betrag (Einmalanlage) oder mit geringen monatlichen Raten (Sparplan) einsteigen. Bei der Einmalanlage sind bezüglich der Anlagesumme nach oben keine Grenzen gesetzt, nach unten gibt es aber Mindestanlagebeträge. Höhe: zumeist 5.000EUR. Ist der erst einmal investiert werden spätere Einmalzahlungen auch in geringerer Höhe akzeptiert – häufig ab 500EUR aufwärts. Vorteil: Je eher mit einer Einmaleinlage begonnen wird, desto mehr kann sich bei langfristiger Orientierung das Kapital über den Zinseszinseffekt vermehren. Nachteil: Der Einstiegszeitpunkt ist nicht ganz unwichtig. Wer mitten im Börsen-Hoch 10.000EUR in Aktienfonds anlegt, dem kann es zwei Jahre später passieren – in einem möglichen Börsen-Tief-, dass seine Fondsanteile plötzlich nur noch 7.000EUR wert sind. Fondsbank:(Auch Fondsplattform genannt) Nicht zu verwechseln mit der Depotbank, die das Fondsvermögen treuhänderisch verwaltet. Gemeint sind ausschließlich auf Fonds spezialisierte Banken, mit denen freie Vermittler zusammen arbeiten, um dem Kunden ein einziges Fondsdepot ermöglichen, obwohl er Fonds verschiedener Anbieter kaufen will. Die Bank besorgt auch direkt die Fonds, falls der Vermittler nicht direkt bei der Fondsgesellschaft ordert und deponiert. Meist gibt es keine Beratung, Verbraucher können sich gar nicht direkt an die Fondsbank wenden. Bei Fondsbanken liegt das Geld sicher, es wird treuhänderisch verwaltet. Bei einer Pleite hat der Insolvenzverwalter weder Zugriff auf das Treuhandkonto, noch auf das Fondsdepot der Kunden. Fondsmanager:Er verwaltet das im Fonds befindliche Sondervermögen. Sein tägliches Brot sind Wertpapieranalysen und die entsprechende Zusammensetzung des Fonds (Portfolio). Er kauft und verkauft Wertpapiere, um eine möglichst hohe Wertentwicklung (Performance) zu erzielen. Daher hat er breite Entscheidungsspielräume für die konkrete Anlage und laufende Zusammensetzung des Fondsvermögens. Lediglich bei an bestimmten Index orientierten Fonds (passiv gemanagte Fonds) ist der Stellenwert des Fondsmanagers bewusst eingeengt bzw. es wird quasi ganz auf ihn verzichtet. Meist übernimmt dann ein Kollege, der andere Fonds betreut diese Aufgabe mit. Fondsrating:Bewertung eines Fonds durch eine unabhängige Ratingagentur. Das Rating soll potentiellen Anlegern Auskunft über die Qualität eines Fonds geben. Das bedeutet: Je nach gewählten Kriterien bekommen die Fonds zum Beispiel Noten oder Sterne, um Anlegern dann die Qual der Wahl zu erleichtern. Beispiel: Standard & Poors (S&P): Der Bereich „Fund-Services“ der amerikanischen Ratingagentur bewertet Fonds nach einer 5-Schritt.Analyse, die auf historische Performance aufbaut und sich dann das Management-Team, die Anlage-Philosophie sowie den Anlageprozess näher ansieht. Dazu werden Interviews mit Verantwortlichen geführt, ehe es zu einer Analyse kommt. Das beste Rating-Ergebnis bei S&P lautet: AAA Fondsvermögen:Pool, in dem das Geld vielen Anleger gesammelt wird, um durch fachmännische Verwaltung gute Renditen zu erzielen, jedoch gleichzeitig das Risiko durch breite Streuung der Anlage klein zu halten. Ein Fonds ist nichts anderes, als ein von vielen verschiedenen Anlegern zusammen gesammeltes Vermögen (Fondsvermögen). Es besteht in der Anlage wiederum aus verschiedenen Anlageformen, insbesondere Wertpapieren, aber gegebenenfalls auch Immobilien oder anderen Fonds. Jeder Anleger besitzt eine bestimmte Anzahl von Anteilen, die sich nach der Höhe seiner Einzahlungen richten. Das gesamte Fondsvermögen wird als Sondervermögen bezeichnet. Das heißt: Die Fondsgesellschaft legt das eingenommene Anleger-Kapital in eigenem Namen für gemeinschaftliche Rechnung an. Alle Vermögensgegenstände des Fonds sind Treugut, das die Fondsgesellschaft für die Anleger verwaltet. Das Kapital liegt auf einem Depot bei einer Bank, also nicht bei der Fondsgesellschaft. Hilfsmittel bei der Fondsauswahl:Auf keinen Fall sollten sich Sparer ausschließlich auf Übersichten mit kurzfristiger Performance in Zeitungen oder im Internet verlassen. Hilfreich können auch spezialisierte Datenbanken sein, etwa Morningstar, Standard & Poors/ Micropal, Feri Trust, FCS oder Morgen & Morgen. Nachteil: Die Software kostet zumeist einige hundert Euro, regelmäßig nötige Aktualisierung der Programme gehen weiter ins Geld. Daher lohnt sich diese Ausgabe für den Privatanleger kaum. Jede Übersicht kann nur Ergebnisse der Vergangenheit widerspiegeln. Eine verlässliche Prognose in die Zukunft können sie nicht liefern. Spezielle Fondsratings sind da schon genauer: Sie nehmen neben einer längerfristigen Wertentwicklung auch die Risiken unter die Lupe. Um Verluste beim Fondskauf (Vertriebswege) so weit wie möglich zu minimieren, lohnt strategisches Vorgehen. Sicherheitsorientierte Anleger sollten nur etwa ein Drittel in reine Aktienfonds investieren, langfristig Orientierte (acht Jahre und länger) mindestens 80 Prozent. Danach erfolgt die geographische Auswahl: Welche Region bietet - je nach Anlagehorizont kurzfristig oder langfristig – die größten Wachstumschancen, wo verspricht eine solide Wirtschafts- und Finanzpolitik dauerhaft gute Konjunkturaussichten? Genauso wichtig ist der Branchen-Mix des Fonds. Zum Einstieg eignet sich für viele ein globaler Aktienfonds, der das Vermögen der Anleger sehr breit streut. Länderfonds und Branchenfonds sollten Anlegern mit größerer Erfahrung vorbehalten bleiben. Index:Plural: Indizes. Es handelt sich um ein von der Statistik geliefertes Instrument, um Preis- und Mengenbewegungen von Gütern und Wertpapieren im Zeitablauf anschaulicher darzustellen. Dieser Vergleichsmaßstab wird auch als Benchmark bezeichnet. Entweder wird auf reine Kursveränderungen abgestellt (Kursindex) oder auch die laufenden Erträge wie Zins- und Dividendenzahlungen werden berücksichtigt (Performanceindex). Bekannte Indizes, an denen sich Aktienfonds orientieren, sind der DAX (30 größte deutsche Standardaktien), EuroStoxx 50 (50 größte EU-Aktien) und Dow-Jones (30 wichtigste US-Aktien). Indexaktien:Engl: Exchange Traded Funds (Abkürzung: ETF). Das sind weiterentwickelte Indexzertifikate. Anders ausgedrückt: es handelt sich um Zwitter aus Aktien und Fonds, die einen Index eins zu eins abbilden und daher auf aktives Fondsmanagement verzichten können. Sie werden im Gegensatz zu Fonds an der Börse gehandelt. Es gibt sie mit unbegrenzter Laufzeit. Wer eine langfristige Anlagestrategie verfolgt, liegt deshalb tendenziell besser als mit Indexzertifikaten. Informationsquellen:Manager von Investmentfonds nennen als wichtigste Quelle, sich über Fonds zu informieren, Gespräche mit Unternehmensverantwortlichen und Branchenexperten, die Lektüre der Wirtschaftspresse und Schätzungen externer Analysten. Einige dieser Informationskanäle sind Laien leider verschlossen. Ausweg: Tageszeitungen bieten heute überall gute Basisinformation für Fondsanleger. Besonders günstig ist es, wenn die Tageszeitung zugleich Pflichtlektüre einer Wertpapierbörse ist. Am vertrauenswürdigsten sind eigene, von der Zeitung selbst recherchierte Artikel. Einige Printmedien konzentrieren sich ausschließlich auf Fonds. Wirklich unabhängige Fonds-Zeitungen und Zeitschriften gibt es aber bisher nicht. Im Internet gilt: Nicht alles glauben, da praktisch jeder Infos ins Netz stellen kann. Dennoch sind häufig schnelle und verständliche Informationen und Vergleiche möglich, darunter bei der Stiftung Warentest und der Agentur Morningstar ( www. Morningstar.de). Kapitalanlagegesellschaft:(Abkürzung: KAG) Die Fondsgesellschaft ist ein Unternehmen, das Fonds auflegen kann und mindestens 2,5 Millionen Euro nennkapital mitbringen muss. Sie funktioniert praktisch wie eine Bank. Das investierte Geld wird im eigenen Namen für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger nach dem Grundsatz der Risikomischung in Form von Sondervermögen in Wertpapieren, Beteiligungen oder Grundstücken angelegt. Kosten:Zu den Kosten der Investmentanlage gehören Ausgabeaufschlag, Verwaltungsvergütung, die Vergütung für die Depotbank sowie sonstige Kosten (z.B. für Berichterstattung und Depotgebühren). Sie sind vom Anleger direkt oder indirekt zu zahlen. Performance:Wertentwicklung einer Kapitalanlage, zum Beispiel eines Fonds, vor Steuern. Gemessen in Prozent der Anlagesumme über einen bestimmten Zeitraum (meist pro Jahr). Sinnvoll nur als Angabe abzüglich der Kosten (= Nettorendite). Renten:Auch Rentenwerte genannt; ein Sammelbegriff für alle festverzinslichen Wertpapiere. Die sind das Hauptinvestment von Rentenfonds. Die Fonds sind allerdings nicht so berechenbar wie Renten, weil da kein fester Zins zu einem festen Termin versprochen wird. Sondervermögen:Synonym für den Begriff Fondsvermögen. Das bei der Fondsgesellschaft gegen Ausgabe von Anteilsscheinen eingelegt Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände bilden ein Sondervermögen. Es muss vom eigenen Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt gehalten werden. Der Anleger hat somit sein Vermögen durch Konkurs des Emittenten gesetzlich geschützt. Sparplan:Wer sich für einen Sparplan in Fonds entscheidet, spart so einfach wie bei einem Bankensparplan in monatlichen Einzahlungen, nur besser. Das Geld bringt mehr Rendite und kann später im Gegensatz zum Bankenplan zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt ausgezahlt werden. Je länger der Plan läuft, desto besser können die Kosten wettgemacht und ein Börsen-Tief ausgeglichen werden. Vorteil: Viele Fondsgesellschaften verringern die Mindesteinlage bei Sparplänen gegenüber der Einmalanlage beträchtlich. Bereits mit geringem Einsatz – meist ab 25 Euro oder 50 Euro pro Monat – kann man bei der Fondsanlage mitmachen. Wichtig: Bei jedem Fondskauf sind die einmal gutgeschriebenen Anteile sicher, nicht jedoch deren Wert. Wer also bereits 20 Anteile besitzt, dem können die durch Verschlechterung der Börsenlage nicht mehr genommen werden. Allerdings kann der Wert beträchtlich schwanken. Praktisch wirkt sich das jedoch nur aus, wenn der Anleger seine Anteile in dieser Schwäche-Periode tatsächlich verkauft. Mit einem Sparplan ist man aus dem Schneider, was die Suche nach dem optimalen Einstiegszeitpunkt angeht. Da fortan jeden Monat dieselbe Rate aufs Konto wandert, erwirbt man in einem Monat mit niedrigen Fondsanteilspreisen mehr Anteile, in Monaten mit hohen Fondsanteilspreisen entsprechend weniger Anteile für die gleiche Rate. Dadurch wird der Einkauf billiger als die Anteile im langjährigen Durchschnitt kosten (Cost-Average-Effekt). Verwaltungsvergütung:Neben dem Ausgabeaufschlag beim Kauf gibt es laufende Kosten, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, vor allem die Verwaltungsvergütung, auch Managementgebühr genannt. Damit wird der Fondsmanager bezahlt. Höhe: je nach Fondstyp zwischen 0,5 und 3 Prozent des Fondsvermögens zu einem Stichtag. Hinzu kommt noch die Vergütung für die Depotbank (Höhe: 0,03 bis 0,4 Prozent des Fondsvermögens). Volatilität:Anderer Begriff für Schwankungsbreite des Kurses. Da die Kurse von Wertpapieren praktisch täglich größeren und kleineren Schwankungen ausgesetzt sind, ist die Volatilität ein wichtiges Kriterium zur Risikobewertung von Wertpapieren. Da Wertpapiere unterschiedlicher Volatilität in Fonds stecken, schwanken auch Fonds entsprechend stark oder schwach. Je volatiler, desto höher das Risiko. Währungsrisiko:Höheres Risiko gegenüber Euro-Fonds wegen des Währungsgefälles. Investitionen in einen Fond mit fremder Währung (z.B. Dollar) oder einen Fonds, dessen Vermögen vorwiegend in Fremdwährungen angelegt ist (z.B. Yen), bietet das Risiko einer verminderten Performance, aber auch die Chance zu einer höheren Performance. |


